Wohneigentum

Ein Wirtschaftswunder wie vor ca. 70 Jahren werden wir in Deutschland wohl nicht mehr erleben; aber einen Hypothekenzins von über 10% – wie vor ca. 50 Jahren – vermutlich auch nicht mehr.

Geht es uns aber wirklich allgemein schlechter, weil unser angespartes Kapital auf der Bank bzw. Sparkasse kaum noch oder gar keine Zinsen erwirtschaftet ?

Schließlich trifft uns der monetäre Werteverfall kaum noch, da die meisten Investitionsgüter und Haushaltsmittel nicht teurer werden.

Was uns Bürgern allgemein gut tut ist, dass die Lohn- und Gehaltsentwicklung in Deutschland fortschreitet. Schließlich geht es dem Exportweltmeister Deutschland wirtschaftlich bestens. Man sieht es an den Autos auf den Straßen: dem Klimawandel zum Trotz werden sie immer mehr, größer und teurer.

Unsere Lebensansprüche sind allgemein im Laufe der Jahrzehnte angewachsen. Ich habe früher mit meiner 4-köpfigen Familie in einer 70 Quadratmeter großen Wohnung zufrieden gelebt. Heute ist ein Einfamilienhaus unter 100 Quadratmeter Wohnfläche schwer verkäuflich. Und wenn man sich über die enorm gestiegenen Immobilienpreise in guten Lagen beschwert, sollte man nicht vergessen, dass man zu deren Baufinanzierung aktuell nur noch unter 1% an Zinsen an die Bank zu zahlen hat. Diese Zinssätze sind auch noch über 10 oder sogar 15 Jahre und länger festgeschrieben.

Dennoch wird für weniger privilegierte Menschen in unserem Land der Zugang zu Immobilieneigentum erschwert: hohe Erwerbsnebenkosten, die die Käufer in der Regel bar aufwenden müssen, belasten den Geldbeutel. Insbesondere junge Menschen haben aber noch nicht so viel Vermögen in ihrem Leben angesammelt, um zumindest Immobilienmakler, Notar, Grundbuchamt und Grunderwerbsteuer aus Eigenkapital zu begleichen.

Für junge Familien stehen zwar seit letztem Jahr staatliche Zuschüsse als Baukindergeld zur Verfügung. Das ist vom Staat geschenktes Geld. Es wird aber nur in Teilbeträgen monatlich bzw. jährlich für selbst genutzten Immobilienerwerb ausgezahlt und kann deshalb nicht zur Begleichung der Erwerbsnebenkosten genutzt werden.

Für jedweden Immobilienkauf sind aber in Nordrhein-Westfalen allein 6,5% vom Kaufpreis an Grunderwerbsteuer zu zahlen, die von den Finanzinstituten nicht finanziert werden. Bei z.B. 350.000,00 € Kaufpreis sind das allein 22.750,00 €, die das Finanzamt vom Immobilienkäufer einfordert und mit Eigenkapital beglichen werden müssen.

Wir sind der Meinung, dass zumindest für den Erwerb von Wohneigentum diese Steuer vermindert werden oder bestenfalls entfallen sollte. Im Laufe der Jahre würden die Gemeinden/Kommunen durch Grundsteuer und weitere individuelle Steuereinnahmen von den spezifischen Wohneigentümern wieder einen finanziellen Ausgleich erhalten.

Da insbesondere Familien mit Kindern Wohneigentum erwerben, ist der Einsatz von Guthaben aus Riesterverträgen einschließlich angesammelter staatlicher Zulagen als Eigenkapital z.B. für die Erwerbsnebenkosten möglich.

Lassen Sie sich durch unsere Finanzierungs- und Versicherungs-Experten unverbindlich und kostenfrei beraten.

Ihr

Artur Menzler

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